10. Die Reise zum Ziel, Teil 5


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Liebe Brüder und Schwestern,

Ob wir Anfänger sind oder erfahrene Reisende auf dem spirituellen Weg, Hazrat Inayat Khan erinnert uns, dass Kämpfe mit unserer niederen Natur entstehen werden, mit der Absicht uns auf die Erde zurück zu ziehen. Er ermutigt uns, dass wir bei den Kämpfen auf der Reise Hilfe erhalten werden, wenn wir unsere Absicht zum absoluten Ziel zu gelangen, mit der richtigen Haltung begehen. Mögen seine inspirierenden Worte im Gebet "Saum" uns auf der Reise zum Ziel begleiten.

"Hebe uns über die Erdenschwere.
Deine Schönheit beten wir an,
Dir ergeben wir uns willig.
Gnadenreichster und barmherziger Gott,
Ideal der ganzen Menschheit.
Dich allein beten wir an,
und Dir allein gilt unser Sehnen"

Das Gebet "Saum" kann gelesen werden auf: Die Anrufung und die Gebete

Mit liebevollen Grüssen und Gebeten für eine erleuchtete Welt,
Nuria, Karima Gita, Kabriya



Soziale Gatheka Nr. 10, Teil 5, Die Reise zum Ziel
von Hazrat Inayat Khan

Der Beginn auf dem Weg ist immer schwierig und uninteressant, er ist schwer für jedermann. Frage den Geiger nach den ersten Tagen, in denen er die Tonleitern übt wenn er noch nicht einmal die richtigen Töne finden kann: oft hat er nicht genug Geduld weiter zu mache, bis er so gut spielen kann, dass er zufrieden ist. Der erste Teil des Weges ist permanente Mühe, ein Kampf mit dem Leben. Aber wenn einer sein Ziel erreicht, wird der Pfad einfacher: die Distanz scheint grösser zu werden, aber der Weg wird einfacher, die Schwierigkeiten sind geringer. Die Reise wird zuerst durch die Verwirklichung in dir Selbst erreicht: Was bin ich, bin ich Körper, Geist oder was sonst bin ich? Bin ich ursprünglich von der Erde oder woher sonst?

Sobald jemand auf der Reise gestartet ist, erscheint seine niedere Natur, all seine Torheiten und Schwächen möchten einen nach unten ziehen und der Kampf, diese Ketten zu durchbrechen erreicht die Stärke von Samson. Dann kommt der Kampf zwischen materieller Schönheit und spiritueller Schönheit. Schönheit in Formen ist realistischer: spirituelle Schönheit ist in einem Nebel versteckt, bis jemand in ein Stadium kommt, indem spirituelle Schönheit die Schönheit des leuchtenden Lichts wird.

Ein anderer Kampf entsteht, wenn jemand Kenntnis, Macht und Magnetismus erworben hat und er sich darüber bewusst ist, mehr Macht zu haben als Andere, oder mehr zu wissen als Andere, oder mehr tun zu können als Andere. Diese Fähigkeiten richtig zu nutzen ist ein anderer Kampf. Er muss sich ob dieser Leistung nicht selbst rühmen. Es gibt einen Feind, der bei der Reise mit ihm startet und ihn niemals verlässt: sein Stolz und seine spirituelle Selbstsucht. Diese begleiten ihn solange er auf dem Weg ist. Denke an die Versuchung, wenn man Inspiration und Macht erlangt hat und sich davon bewusst ist, mehr zu können, mehr zu wissen, mehr zu begreifen als Andere, das ist ein immerwährender Streit bis zum Ende, und jeden Augenblick kann man straucheln und nach unten fallen.

Nur der beständige Reisende wird durchhalten und immer wieder aufstehen, ohne Geduld wird er den Weg verlassen. Diese, die die Reise auf dem Weg weiter gehen, werden Hilfe erhalten. So wie Christus sagt: “Sucht erst das Königreich Gottes und alles andere wird euch gegeben werden.“ Das absolute Ziel ist das Wichtigste und die richtige Haltung der Seele hierzu und nicht die Dinge, denen du auf dem Weg begegnest. Die innere Kultur der Sufi Schule, welche nun der westlichen Welt präsentiert wird, wird als Beratung auf dem Weg gesehen. Niemand in der Welt kann eine Person auf dem Weg mitnehmen. Das Einzige ist, dass die, die den Weg abgelegt haben, ein wenig Rat können geben an diejenigen, die den Weg wahrlich gehen wollen.